Auswandern: Mit Kind.ern nach Paris ziehen

Tipps für die Suche nach einem KiTa-Platz in Paris

Dieser Artikel richtet sich an alle, die mit kleinen Kindern (längerfristig) nach Paris ziehen möchten. Besonders wenn diese noch im Vorschulalter, sprich unter drei Jahre alt sind, kann sich das Auswandern nach Frankreich nochmals komplizierter gestalten, weil eben auch die Kinderbetreuung im Ausland organisiert werden muss.

KiTa-Paris

Im nachfolgenden Beitrag möchte ich einige Tipps geben, wie und wo man sich schon vor dem Umzug nach Paris schlau machen kann bzw. an wen man sich, einmal vor Ort, umgehend wenden sollte, um möglichst schnell einen Antrag auf einen Betreuungsplatz zu stellen – denn obgleich es in Frankreich mehrere Optionen zur Kinderbetreuung gibt, sind auch hier genauso wie in Deutschland, Betreuungsplätze rar und somit sehr begehrt !

Tipp 1: Sich auf der Webseite des Wohnbezirkes umsehen

Um sich um einen Ki-Ta-Platz in Paris zu bewerben, sollte man sich zu allererst auf der Webseite seines Wohnbezirks umsehen, denn alle Betreuungsplätze (wie auch die Schulen) sind sektorisiert, das bedeutet, vom Wohnsitz abhängig. Je nach Arrondissement oder Vorort kommen letztlich nur bestimmte Einrichtungen für eine Bewerbung in Frage (für die am Ende die Strasse entscheidend sein kann). Man sollte also schon bei der Wohnungssuche darauf achten, dass es auch KiTas in der Nähe gibt.

In der Regel findet man auf der Webseite seines Wohnortes bzw. Bezirks über die Hauptnavigation die Kategorie „Petite Enfance“ (z.B. für das Mairie des 2. Arrondissements über: Accueil > Mes démarches > Enfance et Jeunesse > Petite Enfance) und dort die wichtigsten Informationen zu den verschiedenen Einrichtungen (privat, staatlich, Unternehmen etc.) sowie den benötigten Anmeldeunterlagen samt Formularvorlagen. Es macht Sinn sich das ganze genau und mehrmals vor der Bewerbung durchzulesen. Gerade am Anfang ist man sprachlich vielleicht noch nicht so weit, um alles auf Anhieb richtig zu verstehen…

Tipp 2: Bewerbung frühzeitig und vollständig erstellen

Wie eingangs schon gesagt: KiTa-Plätze in Paris sind sehr begehrt. Deshalb sollte man sich so bald feststeht, dass es mit Kind und Kegel nach Paris gehen soll, um die richtige Betreuung Gedanken machen und gleich nachdem man eine Unterkunft hat, die Formalitäten um einen Betreuungsplatz angehen. Übrigens: Studenten haben oftmals einen Vorteil, was die Vergabe von freien Plätzen angeht.

Tipp 3: Sich auch nach Alternativen umsehen

Da für die Bewerbung um einen KiTa-Platz viele Nachweise notwendig sind (für Angestellte zum Beispiel die letzten Lohnzettel, oder die Einkommenssteuererklärung, für alle eine feste Adresse mit Wohnungsnachweis wie z. B. eine Gas- oder Stromrechnung, der Studentennachweis und ggf. beglaubigte Übersetzungen…) ist es für Einwanderer nochmals schwieriger, sich um einen freien Platz zu bewerben, da erst nach einigen Monaten im Land und einer Festanstellung geforderte Unterlagen überhaupt zur Verfügung stehen. Ich rate also allen unbedingt, sich auch nach Alternativen umzusehen. Geht es beruflich nach Paris, kann eventuell der Arbeitgeber bei der Suche nach einem Betreuungsplatz helfen bzw. grosse Strukturen haben manchmal eine Crèche im Unternehmen. Wer als Student oder Stipendiat nach Paris kommt, dem kann vielleicht auch die Studienstiftung helfen.

Tipp 4: Deutsch-Französische Einrichtungen in Paris

Für Deutsche bzw. Deutsch-Französische Familien gibt es ausserdem mehrere Deutsch-Französche KiTas und Jardins d’Enfants in Paris. Auch wenn es hier nur wenige Plätze gibt, ein Versuch ist es sicherlich wert.

Infos zu diesen Einrichtungen gibt es unter folgenden Links:

AJEFA – Verein der Eltern der Deutsch-Französischen Kindergärten in Paris

Liste Deutsch-Französische Kindergärten und Vorschulen in Paris

Tipp 5: Vor Ort die zuständige PMI aufsuchen

PMIs gibt es in Frankreich auf nationalem Niveau, teilweise auch mehrere pro Stadt oder Bezirk. PMI ist die Abkürzung für Protection Maternelle et Infantile. Es handelt sich dabei um staatliche Einrichtungen zum Schutze der Mütter und Kinder, eine Art Mutter-Kind-Zentrum. Die meisten PMIs bieten Krabbelgruppen an, die allerdings nicht zur Betreuung der Kinder gedacht sind, sondern eher zum Austausch mit anderen Eltern und Kindern. Ausserdem kann man sich bei den PMIs Listen aller im Bezirk tätigen und staatlich anerkannten Tagesmütter besorgen, bzw. können manchmal die Angestellten der PMIs beim Vermitteln freier Plätze bei einer Tagesmutter oder auch KiTa helfen. Sollte man sich für eine Tagesmutter (Nounou) entscheiden, muss man sich unbedingt vorher bewusst sein, dass man in diesem Falle zum Arbeitgeber wird – und somit einen Vertrag mit der Tagesmutter abschliesst, der Pflichten und allerlei Papierkram mit sich bringt. Ein solches Arbeitsverhältnis kann auch nicht ohne weiteres aufgelöst werden (Kündigungsschutz etc.)…

Generell gilt: Dranbleiben und sich nicht entmutigen lassen. Es wird einem bei den Bewerbungen immer gesagt, dass die Warteliste lang ist, dass es nur wenige Plätze gibt, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich unsere Hartnäckigkeit um einen Betreuungsplatz zweimal ausgezahlt hat. Für unseren ersten Sohn hatten wir gleich eine Zusage bekommen (für einen Teilzeitplatz von 4 vollen Tagen die Woche) und für unseren zweiten Sohn kam zwar zunächst eine Absage, dann aber vier Wochen später die Zusage über die Warteliste.

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