Disneyland Paris: Warum es sich nicht lohnt hinzufahren

 

DisneylandJa, meine Überschrift ist schon ganz richtig so. Wenn auch für viele Paristouristen ein Nicht-Besuch des Disneylandes undenkbar scheint, möchte ich in diesem Artikel allen Unschlüssigen definitiv von einem Besuch abraten – denn für uns war es die absolute Enttäuschung.

Wer hin will muss tief ins Portemonnaie greifen…

Sofern mich meine Kinder nicht knebeln, kriegt mich dorthin niemand ein zweites Mal. Und müsste ich ein Synonym für Disney finden, wäre „Picsou“ am passendsten (Picsou ist der französische Dagobert). Ja, denn das Abkassieren, das fing schon an, als wir zum Parkplatz kamen. Stolze 14 Euro mussten wir für das Abstellen unseres Fahrzeuges hinlegen. Parkalternativen gibt es nicht, es wird also jeder zur Kasse gebeten. Aufgrund der happigen Eintrittspreise finde ich, sollte der Parkplatz zumindest kostenfrei sein… Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären. Wir hatten eigentlich ermässigte Tickets, mit denen wir nur für einen Erwachsenen hätten zahlen müssen. Unser Kleiner war damals noch frei (Kinder zahlen ab 3 Jahren). Doch leider hatten wir das (wirklich sehr sehr) Kleingedruckte unserer Eintrittskarten nicht gelesen. Wir waren an einem Feiertag da – und an diesem galt das Angebot leider nicht. Da wir nun schon geparkt (und dafür bezahlt) hatten und mit Kind vor dem Eingang standen, gab es quasi kein Zurück mehr (oder erklärt mal einem Kleinkind, das sich riesig auf den Besuch gefreut hat, dass wir nun doch nicht hingehen, obwohl wir bereits davor standen…). Also müssen wir 180 EUR für den Eintritt hinblättern… Schluck: ja, schon wieder richtig gelesen. 180 Eier für zwei Erwachsene. So und jetzt rechnet mal für eine etwas grössere Familie… Hinzu kommt, dass es mit dem Eintritt ja noch nicht getan ist: man will/muss ja dann dort auch was essen, evtl. Kaffeetrinken, an den Souvenirshops kommt denke ich keiner ungeschoren vorbei und dann ja, haltet euch fest, sind bestimmte Attraktionen innerhalb des Parks nochmals kostenpflichtig (z.B. Schiessbuden).

Statt „magic“ lange Wartezeiten und müde Gesichter

Gut, kann man jetzt argumentieren, das ist ein (amerikanischer) Freizeitpark der „Extraklasse“, mit super Attraktionen, da muss man halt mal tiefer in die Tasche greifen… Naja sag ich, wenn ich denn wenigstens etwas von den Fahrgeschäften (und somit etwas für mein Geld) hätte – aber Anstelle war überall endloses Schlange stehen angesagt. Die kürzeste Wartezeit lag bei 45 Minuten – und das für gerade mal zwei, drei Minuten Fahrspass? Bei den beliebtesten Attraktionen lag die geschätze Wartezeit bei mindestens 2 Stunden. Also nichts für uns. Der Oberbrüller war dann, als bei bestimmten Fahrgeschäften die Kinderwägen bereits vor dem Anstellen an der Schlange an einem unbeaufsichtigten Platz abgestellt werden mussten. Und das, ohne Schlösser oder Pfand. Unseren Kleinen sollten wir also die ganze Zeit über auf dem Arm halten? Und jeder hätte sich eines anderen Kinderwagens bedienen können? Für mich für einen Familienpark absolut unakzeptabel. Was uns auch nicht gefiel, war die ständige Reizüberflutung – überall gibt es Lautsprecher aus denen Musik dröhnt oder eine Stimme fragt: „Can you feel the magic“? Also wir nicht. Was soll denn auch magisch sein an dem Erlebten? Dass der Besuch nicht nur für uns eine Enttäuschung war, sah man finde ich auch den Gesichtern anderer Eltern an, die genervt wirkten und müde durch den Park zogen – so wie wir eben. Viele fröhliche Gesichter wie in der Werbung fielen uns jedenfalls nicht auf…

Fazit: wer nicht unbedingt hin muss, der kann es ruhig bleiben lassen. Es gibt andere und vor allem günstigere Möglichkeiten in Paris einen wirklich schönen Kindertag zu verbringen. Einige Tipps, findet ihr hier.

Schreibt mir gerne eure Erfahrungen, oder bei Fragen.

Liebe Grüsse

Karo

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3 comments on “Disneyland Paris: Warum es sich nicht lohnt hinzufahren”

  1. Luna sagt:

    Hallo 🙂

    Ich habe den Hype um Disneyland nie wirklich verstanden, obwohl ich als Kind natürlich schon sehr gerne dorthin wollte. Meine Eltern hat damals der Preis abgeschreckt, der Eintritt ist einfach viel zu hoch und war daher für uns keine Option. Schließlich kann man auch wesentlich preiswerter tolle Ausflüge unternehmen. Trotzdem habe ich mich immer gefragt, wie es wohl im Disneyland, dem Traumpark aller Familien (laut Werbung, versteht sich) denn wirklich ist. Schließlich bin ich mit meinen 19 Jahren im Herzen immer noch ein wenig Kind. Meiner Freundin ging es sehr ähnlich. Sie hatte sich letztes Jahr das nötige Geld zusammengespart und ist alleine nach Paris ins Disneyland gefahren. Zuerst wollte ich mitkommen, doch leider machte mir eine hartnäckige Krankheit einen Strich durch die Rechnung. Im Nachhinein war ich eigentlich froh darüber, dass ich nicht mitgekommen bin. Dass es teuer werden würde, stand ja von vornherein fest. Auch mit den Menschenmassen war wohl oder übel zu rechnen, schließlich ist es die Touristenattraktion schlechthin. Dennoch sind die Wartezeiten vor den Fahrgeschäften extrem, da vergeht einem doch bereits die Lust darauf. Ich habe vergleichbares mal im Heidepark Soltau erlebt. Ebenfalls lange Wartezeiten und hohe Eintrittspreise…Laut meiner Freundin jedenfalls blieb der Spaß im Disneyland eher auf der Strecke. Dafür lohnt sich der Preis, der Stress und das ewige Warten nicht. Eines steht fest: Ich jedenfalls werde nicht ins Disneyland fahren, weder alleine noch später mit Kindern, falls ich einmal welche haben sollte. Es gibt genügend andere tolle Orte, an denen man mehr Spaß hat. Gut, dass meine Eltern das damals genauso gesehen haben. Früher war ich etwas enttäuscht, aber heute freue ich mich, dass wir gemeinsam andere Orte gefunden haben, die für uns genauso magisch waren, wie das Disneyland in der Werbung immer dargestellt wird.

    Liebe Grüße
    Luna

    1. Karo sagt:

      Hallo Luna,

      vielen Dank für deinen Kommentar über den ich mich sehr gefreut habe. Mir ging es ähnlich wie dir: ich konnte nie so richtig nachvollziehen, weshalb so ein Rummel um das Disneyland gemacht wurde. Vielleicht deshalb, weil es den Park früher nur in Amerika gab, wo Disney ja seinen Ursprung hat. Und als es dann auch einen in Europa gab, wurde Disneyland für viele endlich „erreichbar“… Und für Kinder stellt man sich das einfach so toll und märchenhaft vor, z.B. das Schloss, oder die Parade, oder dass diese endlich einmal von einer „echten“ Mickeymaus umarmt werden. Man wünscht sich einen tollen und unvergesslichen Tag mit der Familie, mit viel Spass, lautem Gekreische in den Fahrgeschäften, Gelächter, glänzenden Kinderaugen… Ist man dann dort, holt einen sehr schnell die Realität ein – wie das ja auch deine Freundin bestätigt hat. Wirklich schade. Aber ich stimme mit dir überein. Es gibt tolle andere Orte, wo man solche unvergesslichen Momente erleben kann. Und grade Familien mit weniger finanziellen Möglichkeiten sollten deshalb bloss nicht traurig sein. Es muss wirklich nicht das Disneyland sein 🙂

      Alles Liebe und viele Grüsse aus Paris

      Karoline

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